Wohnen und leben
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Gast Experte! hat diese Frage am 01.01.2005 gestellt
Guten Tag.
Ich habe mal einige Fragen hier, und hoffe auf rege Antworten.
Unser Vermieter hat von uns 2000.- € gefordert - ohne das sie ihm zustehen - und uns bei nichtzahlen mit der Kündigung gedroht.
Wir haben vor 3 Jahren wegen gravierender Mängel die Miete gekürzt - mit allen vorangegangenen nötigen Schritten - und haben von dem Vermieter ein unterschriebenen Brief das die Mietkürzung ok ist, und ab sofort eine niedrigere Miete zu zahlen ist. Da er keinerlei Interesse hatte die Mängel zu beheben - so sagte er - sei er mit einem niedrigeren Betrag an Miete einverstanden.
Wir einigten uns auf einen Betrag und er bestätigte uns diesen Betrag auch schriftlich.
Seitdem zahlen wir nun diesen niedrigeren Betrag, und alles war ok.
Nun bekamen wir halt das Schreiben seines Anwaltes. Der Anwalt schrieb uns, wenn wir die Differenz der letzten Jahre nicht nachträglich zahlen würden, so würden wir die Kündigung erhalten.Wir haben natürlich nicht gezahlt, und haben dem Anwalt eine Kopie des von unserem Vermieter unterschriebenen Briefes geschickt, wo er sich mit der kürzung und herabsetzung der Miete ausdrücklich einverstanden erklärte.
Nun forderten WIR ein Schreiben, wo klar ersichtlich war das wir KEINERLEI Schulden beim Vermieter hätten. ( Unser Ruf war immerhin arg in Gefahr ) Das bekamen wir auch.
Gleichzeitig haben wir daraufhin die Kündigung erhalten.
(Rechtlich möglich aufgrund § 573 - Vermieter und Mieter wohnhaft im selben Haus, nötige Fristen wurden eingehalten. )
Nun meine Frage. können wir den Vermieter irgendwie rechtlich belangen wegen Betrug, Erpressung oder Nötigung ?
Hätten wir Ihm das Geld gegeben hätten wir wohnen bleiben können.
Und hat jemand Erfahrung bei den Gerichtsurteilen, falls man gegen die Kündigung Einspruch erhebt und sich auf die Härtefallregelung beruft ?
Vielen Dank erstmal.
Steffi
Stichwörter: betrugsversuch + vermieters

4 Kommentare zu „Betrugsversuch des Vermieters, was tun ?”

Gast Experte!

Hallo,
mit welcher Begründung hat Ihr Vermieter denn gekündigt,
Eigenbedarf, erhebliche Hinderung an wirtschaftlicher Verwertung ?

Wegen Ihrer Mietminderung, die ja berechtigt ist, kann er Sie nicht kündigen, da ja selbst produziert.

Ausgenommen ist allerdings ein Zweifamilienhaus, in dem der Vermieter selbst mitwohnt, hier ist die Kündigung möglich, allerdings mit 3mon. längerer Frist. Die Sozialklausel gilt trotzdem.


Die von Ihnen angesprochene Härtefallregelung könnte helfen bei hohem Alter und Gebrechen, Krankheit , Schwangerschaft im hohen Stadium, wobei ja manche Gründe auch vorübergehen. Dann sollten Sie aber auf jeden Fall schriftlich fristgerecht per Einschreiben widersprechen.

MfG.

Steffi aktiver Benutzer

Hallo.
Er hat uns mit Sonderkündigungsrecht gekündigt, da wir im selben Haus wie unser Vermieter wohnen.
§ 573 a.
Er hat uns aber keinerlei erklärung zu dem Paragraphen geschrieben. Wenn ich nicht selber im Internet geschaut hatte, so wüßte ich gar nicht was § 573 a ist.
Reicht das so als Kündigung ?
und ist es in Ordnung, wenn uns der Anwalt im Auftrag unseres Vermieters schreibt, wenn wir das Geld nicht bezahlen kündigt er uns ?
Das heißt doch : Wenn wir bezahlen können wir wohnen bleiben. Das ist doch glatte Erpressung oder Nötigung, denn das Geld stand ihm ja - wie er selber nachher zugab - gar nicht zu.
Wann spätestens muß ich Einspruch gegen die Kündigung einlegen ?
Letzter Termin ?
Gruß, Steffi

Gast Experte!

Wenn Ihr Vermieter Sie nicht auf die Widerspruchsfrist (bis 2 Monate vor Beendigung des Mietverhältnisses) hingewiesen hat, dann können sie sogar noch im ersten Gerichtstermin Widerspruch einlegen.
Ob nun die bloße Angabe des § 543a ausreicht, sollten Sie besser mit dem Anwalt klären, so wie Sie es beschreiben könnte es sogar mit Ihrem Anwalt, den Sie aber nun unbedingt konsultieren sollten, auf Nötigung, Erpressung hinauslaufen, obwohl Sie nur Ihre Rechte wahren. Nehmen Sie auf jeden Fall alle Ihre Schreiben zum Anwalt mit.

Gast Experte!

§ 573a Erleichterte Kündigung des Vermieters
(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

googlen hilft...

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